Warum und wie in den Landtag?
Da mir diese Frage fast von jeder Besuchergruppe in Mainz, insbesondere von Jugendlichen, gestellt wird, gehe ich im Folgenden etwas näher darauf ein:
Bis etwa 1994 habe ich nie den Beruf „Politiker“ d.h. die hauptamtliche Arbeit in einem Parlament angestrebt. Allerdings war ich schon immer politisch interessiert, was sich durch das eigene Elternhaus aber auch über die Kindergartenfreundin Elisabeth Lauermann fast zwangsläufig ergeben hat. Ihr Vater Alfons Lauermann war Landtagsabgeordneter und hat in der Andernacher CDU und der CDU Stadtratsfraktion über viele Jahre eine wichtige Rolle gespielt. Er hat auch meinen Vater in die Politik geholt. Meine Mithilfe in Wahlkämpfen war daher schon früh selbstverständlich. Damals konnte ich mir damit noch mein Taschengeld aufbessern.
Der Weg in die Junge Union (die Jugendorganisation der CDU bei der man mit 14 Mitglied werden kann, ohne Mitglied der CDU sein zu müssen), die Mitarbeit z.B. an dem Satzungsentwurf für das Andernacher Jugendzentrum, Schulweguntersuchungen, Spielplatzbegehungen aber auch die Durchführung von Jugenddiscos im Christopherussaal von St. Peter mit unserer Pfarrjugendgruppe waren erste eigene „politische“ Aktionen.
Dahinter standen immer die Einsichten und Überzeugungen die mir Elternhaus und andere vermittelt haben: „Nicht nur meckern, sondern mitmachen und besser machen!“
In einer Demokratie sind alle verantwortlich, also muss man diese Verantwortung auch wahrnehmen.
Aus meiner Arbeit als Leiterin des Referates „Sozialhilfe, allgemeine Kriegsopferfürsorge“ ergaben sich intensivere Kontakte zur CDA, der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft der CDU, die sich insbesondere für die Interessen der Arbeitnehmer und sozial Schwachen einsetzt und sich den Prinzipien der katholischen Soziallehre verschrieben hat. (In Kürze: Personalität, Solidarität, Subsidiarität). Ich arbeitete einige Jahre im Kreis- und Landesvorstand mit.
Die 1989 übernommenen Aufgaben als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises führten mich zur Frauen Union und zu landespolitisch aktiven CDU Frauen. 1991 wurde ich in den FU Landesvorstand gewählt. Über die Mitarbeit in den FU Vorständen auf Kreis- und Bezirksebene ergab sich schnell die Einsicht, dass zu wenige Frauen aktiv Politik machen. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, mehr Frauen für die politische Mitarbeit zu interessieren und für eine aktive Mitarbeit in der Partei und den Räten zu gewinnen. Daraus folgt, dass man dann auch selbst einmal springen muss, wenn sich die Chance bietet.
Dies war 1995 der Fall, als feststand, dass Lambert Mohr aus Plaidt, der dem Landtag seit 1979 angehörte, bei der Wahl 1996 nicht wieder kandidieren würde.
In einem Auswahlverfahren in der CDU des Wahlkreises konnte ich mich gegen einen Mitbewerber mit 61 zu 31 Stimmen bei einer Enthaltung durchsetzen, so dass ich als Kandidatin der CDU des Wahlkreises 11 bei der Landtagswahl 1996 antreten konnte. Mit einem denkbar knappen Vorsprung von 265 Stimmen (13.186, 44,0% zu 12.921, 43,1% für den SPD Kandidaten und Finanzminister Gernot Mittler) konnte ich den Wahlkreis erringen. 2001 hatte er die Nase vorn und ich zog über die Liste in den Landtag ein. Auch bei der Landtagswahl 2006 hatte der neue SPD Kandidat Clemens Hoch den Wahlkreis gewonnen und ich zog wieder über die Liste in den Landtag ein.
Hart ist natürlich, dass wir nicht die Mehrheit haben, die Politik im Land zu gestalten. Auch wenn die Opposition nach den Art. 79 und 85 b unserer Verfassung durchaus wichtige Aufgaben hat, insbesondere die Kontrolle der Regierung, ist doch das eigentliche Ziel mit dem man sich um ein Mandat bemüht, die eigenen Ideen in die Lebenswirklichkeit in unserem Land umsetzen zu können. Die Entscheidung trifft der Wähler. Wir werben weiter um das Vertrauen der Wähler um 2011 die Chance zur Regierungsbildung zu erhalten.
Zum Schluss mein Rat für alle die sich überlegen, trotz des schlechten Rufes der Politiker selbst einer oder eine zu werden: engagieren Sie sich politisch, treten Sie in eine Partei ein – natürlich in eine demokratische – und engagieren sie sich dort, werben Sie für Ihre Ideen und wenn es darauf ankommt für Ihre Person. Viel Erfolg! Demokratie lebt vom Mitmachen!
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